Alkoholismus: Tausende Kinder rufen um Hilfe

Tausende Kinder rufen um Hilfe

LINZ. Alkoholismus ist ein gesellschaftliches Tabuthema.
Folgerichtig wird auch das Leid der Kinder, die in Alkoholikerfamilien leben, in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen.

Der Legende nach verdankt Österreich seinen Staatsvertrag, der die Freiheit nach dem Krieg brachte, nicht zuletzt der in Moskau bewiesenen Trinkfestigkeit von Raab, Figl & Co.

Während also Alkoholgenuss, etwa in Form des „Staatsvertragsweines“, zur gesellschaftlich anerkannten Umgangsform zählt, bleiben die damit verbundenen Schattenseiten weitgehend ausgeblendet.

Nach Schätzungen sind alleine in Oberösterreich rund 56.000 Menschen alkoholabhängig, also definitiv krank, weitere 150.000 sind sogenannte Alkoholmissbraucher.

Fatale Auswirkungen

Darunter sind selbstverständlich viele Mütter und Väter und daraus ergibt sich: Jedes vierte Kind ist von der Sucht der Eltern betroffen.

Die Auswirkungen sind fatal. Jugendliche und Kinder sind tief verunsichert und fühlen sich schuldig für das, was in der Familie schief läuft.

Christoph Lagemann, Leiter des Institutes für Suchtprävention und Familientherapeut, betont:

„Kinder aus alkoholbelasteten Familien tragen ein bis zu sechsfach höheres Risko, später selbst alkoholabhängig zu werden.
Sie haben keine Möglichkeit, einen angemessenen Umgang mit Alkohol zu erlernen. Übernommen werden häufig Verhaltensmuster der Eltern, die Alkohol zum Verdrängen von Problemen missbrauchen.“

Primarius Werner Leixnering beschreibt als Kinder- und Jugendpsychiater an der Landesnervenklinik die Folgen: „Die Betroffenen leiden noch als Erwachsene an ihrer Familiengeschichte und entwickeln überdurschnittlich oft Depressionen, Angststörungen oder Beziehungsprobleme.“

„Umso wichtiger sind deshalb Erwachsene aus dem sozialen Umfeld, die für dieses Thema sensibilisiert sind und die helfen können“, sagt Gesundheits-Landesrätin Silvia Stöger.

Wichtig ist: Egal ob Verwandte, Lehrkräfte, Kindergärtnerinnen, Familienfreunde oder Jugendbetreuer in einem Verein, jede erwachsene Person kann einen wesentlichen Beitrag zur besseren seelischen Entwicklung der betroffenen Kinder und Jugendlichen leisten.

Dazu gehört:
Signale wahrnehmen!
Sozialer Rückzug, Aggressivität und Provokation, Schlaf- und Konzentrationsprobleme, Leistungsabfall, Ängstlichkeit, Verwahrlosung, gestörtes Essverhalten, all das kann (muss aber nicht) auf Alkoholprobleme
in der Familie zurückzuführen sein. Möglich sind aber auch völlig andere Hintergründe.

Das Gespräch suchen!

Kinder und Jugendliche sollen ermutigt werden, über die eigenen Gefühle und Sorgen zu reden. „Gespräche sind besonders wichtig“, versichert Leixnering.

Verlässliche Bezugsperson sein!
Für die Betroffenen ist es oft schon eine große Hilfe, wenn sich jemand dauerhaft für sie interessiert, ernst nimmt und das Selbstwertgefühl der jungen Menschen stärkt.

Eigene Grenzen akzeptieren, Hilfe holen!

Quelle: Nachrichten Österreich

Hilfe im Netz:

In der Schweiz: Alkoholsucht ist heilbar und für Deutschland Alkoholismus, Alkoholabhängigkeit,Alkoholsucht,Alkoholprobleme. Weitere Infos für Österreich 

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